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ZUR sozial? Stellung der frau in dsj komodien des hlautus

B. SCHUMANN (Leipzig)

In den 2o erhaltenen KomOdien des Ilautus begegnen une ins- gesamt 57 Frauengestalten: 8 virgines9 10 uxores , 25 meretricβa, 10 ancillae, eine Unverheiratete Mutter, eine Briesterin sowie die GOttinen Luxuria und Inopia.

Diese Prauengestalten stellen etwa 25% all er plautinischen KogOdlenfiguren dar.

Nicht nur im Zusammenhang mit diesen Weiblichen BUhnenfigu- ren erhalten wir Informationen Ober die aozialβ Stellung der Frau. Elnzelne Frauen, die niemals die Buhne betreten, bieten Stoff fttr die Ausgestaltung ganzer Szenen∙ AuSerdem finden wir bei Plautus auch viele 'AuBerungen Uber Prauen allgemeint die πicht an eine bestimmte BHhnenfigur. gebunden sind. Der Anteil der Frauenrollen in den einzelnen KomOdien 1st Unterschiedlich. Die grOBte Zahl von Weiblichen Btthnenfiguren. finden wir in der "Cistellarian, wo sechs Frauen auftretβn und βomit der weibliche Rollenantell in dieeem Stttck Insgesamt Qberwlegt. In den "Capti- vi" begegnen uns Uberhaupt keine Frauengestalten; Rrauen sind in dlβser KomOdie nicht einmal Geeprachsstoff.

In einβn KonOdie Uberwiegt jswells eine bestlmmte soziale Schicht von Frauen. Bs gibt Prelgebarene9 Frelgelassene und Sklavinnen. Freigeborene sind besonders h¾ufig Vertreten, Freige- Iassene wβnigβr9 Sklavinnen am wenigsten. Neben diβser quantitati- ven Differenzierung im Rollenanteil 1st auch auffttUig9 daβ Akti- VitOten im Dramenablauf bei den Areien mβhrmals9 bei den Sklavin-

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nen ∏ur ganz selten zu finden sind. Je niedriger die βozialβ 3tellung der Frau Ist9 am so passiver 1st Ihr Verhalten auf der Eflhne. Freigeborene9 freigelassene and Versklavte Frauen unter- Ocheiden sich in Ietzter Instanz durch den Unterschiedlichen Grad ihrer Abh8ngigkeit vom Mann9 die bei den Sklavinnen am aus- geprHgtesten ZU finden 1st.

WShrend die Verheirateten Frauen bei Flautus durchg¾ngig als Vertreterinnen der besitzenden Kreise ungesehen warden kbnnen9 stammen die Jungen BEdchen z. T. aus n1βdrigerβn Schichten der Freien9 Uberwiegend aber aus reichen Familien. Die HetSren stellen βine soziale Schicht dar, deren Vertreterinnen weniger Freie9 sondern Vielmehr Preigelassene und Sklevinnen sind.

Die soziale Stellttng einer ⅛au HuBert sich bereitβ in ih- rera Appellativum. Die Zugehbrigkeit zu einer Klasse OderaLner Schicht wird durch libera (Iagenua)9 Iibertina und ancilla (se- rua) zum Ausdruck gebracht. Je nach der Stellung zum Mann wird dann noch nach virgo9 uxor oder meretrix Unterschieden9 Paral­lel zu dieser bereits durch die Benennung erfolgten sozialen DLf- fβrenzierung wird der Zuschauer im ft∙olog und in Verlauf des StUckes nSher damit bekannt gemacht, woher die Uetreffende Frau Btammt Cgelegentlich damit, wie Sie ZukUnftig Ieben wird). Die difTerenzierte soziale Stellung der Prauen ist Weiterhin an ih- rem Au3eren sowie an ihrer Unterschiedlichen Charakteristik er- kennbar. Selbst die Ausdracksweise einer Frau und auch die Art, wie die MHnner Uber eine FTau Sprechen9 lessen Weitestgehend SchlUsse Uber die soziale Stellung der betreffenden Frauenge- stalt zu. AufschluBreich sind die wenigen AuBerungen9 die die Frauen Uber ihr eigenes Leben machen. In Au3erungeπ dieser Art Uberwiegen Unzufriedenheit mit der derzeitigen Lage und Angst vor der Zukunft.

Von einer Sleichberechtigten Stellung der Frauen in den Plautinischen Kombdien kann keine Rede sein. Vom Offiziellen Leben ist die Freu ausgeschlossen ; im hUuslichen Bereich ist sie Ietztlich immβr von der Entscheidung einee Mannes (des Vaters oder des Ehemannes oder - im Falle der HetHre - von dem Liebha- ber) abhSngig. - 195 -

М.е virgo bleibt eine blasse Gestalt* Man gewinnt den Ein­dr tick, sie sei nur fUr Mitgifthdndel9 zum Verheiraten und zum KindergebSren da.

Bei dβr Heirat gibt es StandesvorurteileeBasis fUr die EheschlieBung iβt nicht Vorrangig die gegenseitige Zu- neigung, sondern die Bereitstellung der Mitgift fUr die Tochter.

Die Preiheiten der Verheirateten Prau sind begrenzt. Immer- hin hat die Frau bei der HaushaltfUhrung, bei der Qrledigung mtltterIicher Aofgaben und bei der Pflege des Haι^ultes relative Handlungsfreiheit. Die hBufige ErwShnung von Einzelheiten aus dem Alltagsleben der rftmischen Rrauen spiegelt die dialektische Wechselbeziehungen Zwischen der breiten Basis Volksverbundenen Lebens und der kUnstlerischen Leistung des Dichters Plautus wi­der. In Rechts- und Ehefragen, in Fragen des Kultes und der Ge- burt einss Kindes herrscht rUmisches Milieu vor∙ Der Zuschauer erkennt, daβ hier und da seine eigenen Problems gestaltet sind und in diesen Punkten ist die Komik des Dichters auf ein Mindest- maB reduziert.

Sobald die Frau Jedoch ihre PersUnlichkeit in den Vorder- grund rUckt9 weil sie vom Mann Tinanziell UnabhBngig 1st (sich auffBlig kleidet oder sich Uber die FreizeitbeschBftigungen des Mannes Informiert oder - im Falls der HstBre - es sich vorbehBlt, den Mann zu sich zu lessen oder nicht)9 trifft die Brau sofort auf ablehnende Haltung von seiten der mBnnlichen KoniCdienfiguren.

Bei der Darstellung der Verheirateten Frauen verfolgt Plau­tus komisch-didaktieche Absichten. Er warnt vor der Heirat einβr reichen Frau9 die durch die Ehe sine menu nicht in die Gewalt des Ehemannes kommt. Der Mann Verliert bei siner solchen Biefrau sofort seine PersBnliche Freiheit. Die Ehe mit weiner uxor dotata macht den Mann angeblich zu einem Menschen9 der das Familienle- ben flieht∙ Aber gerade am Familienleben hBngen die RBmer in Erinnerung an den mos ma iorum sehr∙ Hautus kritisiert, VsrurteiIt Jedoch nioht die uxor dotata. Als KomCdiendlchter 1st ihm diess Frauengestalt sogar Willkommen9 weil er ducrh sie dem Pub- Iikum Iustige Szenen bieten kann.

Durch die Komik des Dichtsrs sρUrt man dsn Spott Uber die MBnner9 die sich von reichen Ehe- frauen Vorschriften machen Iasseq. Einen Man9 der nicht die Be-

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Tehlsgewalt (Imperiam) Qber seine Ehefraa besitzt, fIndet Plau*- tus nur IBcherlich. Vielleicht dUrfen wir sogar bei der Ableh- nung der uxor dotata das ganz perSbnliche Engagement des Hautus vermuten9 der Sicherlich zur untersten Schicht der Freien ge- hbrtβ9 also βin armβr Mann war.

Von der matrona pudIoa kann der Zuschauer9 besonders aber die Zuschauerin9 viel Iernen* Eine Frau9 die in der Ehegewalt des Mannes steht und den Sinn ihres Lebens in einer Zuruckhalten- den LebensfUhrung sieht, erhfilt nach Plautus dem Mann die WUrde9 βichβrt den Ehefrieden und den guten Ruf der Famille.

Kritische Bemerkungen Uber Frauen finden wir nur bei der uxor dotata und bei der freien meretrix, also bei den freien Frauen9 die sich vol Mann fInanziell emanzipieren. Die Kombdien des Plautus spiegeln deutlich wider, daB die Prostitution zu PLa- utust Zeiten in Rom Ifingst heimisch war, doch unter dem EinfluB einstrbmenden Geldes und auslbndischer LuxusgUter mit Zunehmend merkantiler und fUr den aItrbmischen mos maiorum geffihrlicher9 Zersetzender Tendenz. Mit der Wachsenden Rolle des Geldes kommt der Frau, die sich prostituiert oder die vom Bordellinhaber zur Prostitution gezwungen wird, eine reine Sachfunktion zu. Selbts- Verstfindlich 1st Hautus bei der Gestaltung der freien meretrix erheblich von hellenistischen Vorbildem beeinfluβt, besonders bei der Erwfihnung Ungewbhnlich hohen Reichtums der Hetfire9Ihrer Unterhaltungskunst oder der von ihr Organisierten Uppigen Lie- besgelagθ. Andererseits ist Vorauszusetzen9 daβ es in Rom nach Beendigung des 2. Iuniscben Krieges in Zunehmendem ?£aBe freige- Iassene Hetfiren, besonders gri^hischer Herkunft9 gegeben hat,die Selbstfindig ihrem Gewerb. nachgingen.

Bei den Litertinen ∙ ringt der Wunsch nach einem Konkubinat9 nach einsr Scheinehe, de tlich zutage. Die filterβn Libertinen verdienen sich den Lebc? iJiterhalt als Kupplerin.

Die Sklavinnen werd∙ ,' als IIetfiren Unmenschlich behandelt. I

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Источник: ПРОБЛЕМЫ АНТИЧНОЙ ИСТОРИИ И КУЛЬТУРЫ (ДОКЛАДЫ XlV МЕЖДУНАРОДНОЙ КОНФЕРЕНЦИИ АНТИЧНИКОВ СОЦИАЛИСТИЧЕСКИХ СТРАН «ЭИРЕНЕ») II ИЗДАТЕЛЬСТВО АН АРМЯНСКОЙ CCP ЕРЕВАН 1979. 1979

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