Eibzelpersonlichkeit und staat im spiegel der a,i∖IoChen kunst
E. KLUWE (Jena )
Die Tateache, daβ fast dae g∙βamte arch¾olOgische Material nur anonym, also ohne n⅛here Beziehung zu einer konkreten Situa- tion, einem bestim∏iten KUnstlerfAoftraggeber usw.
Ciberkommen ist und dementeprechend nur suf Grund Stiliotischer, epigraphischer u.a.Merkmale geordnet werden kannt hat der Stilforschung schon immer einen besonderen Rang zugewiesen. Auch die betrBchtliche Auθweitung des DenkmBlerbestandes, sei es durch die Ausgrabungs- Vatigkeit oder die ErschlieBung Vcrhandener musealer BestSnde, hat an diesem Sachverhalt nichts Irinzipielles ge¾ndert. Um so mehr Beachtung Verdient daher der Umstand, da3 die "reine” Stil- forschung, die Iange Zeit bei der Behandlung griechiεcher Kunst fast au88chlieβlich dominierte, in den Hintergrund getreten ist, daβ ihr ein anderer Stellenwert Zugewiesen und ihre dienende Rolle bewufiter gemacht wurde^. Dem gegentlber VerstBrkte sich σas Benllhen, griechische Kunst in ihr er konkreten historischen Punk- tion zu verstehen.Eine Unmittelbare Beziehung Zwischen Kunst und Gesellschaft
2 beeteht, wie Bianchi-Bandinelli deutlich gemacht hat, nur іежєг- halb einer primitiven Gesellschaftsform und bei rr-ehr handwerkli- chem als kUnstlerischem Uchaffen. Die interessante Etudie von Himmelmann Qber die Rolle der bildenden Kunst in der homerischen Gesellschaft bietet fQr diese nussage eine Reihe von Belegen,so etwa die, daB im Epos zwinchen “Kunst,,-Wert und Waterialwert
nicht geschieden wird∙
Andere Stellt sich das ⅛oblem in der archaiβchen Periode dar, in der sich der antike Stadtstaat herauβbildete und fesfcg- te, in der durch die EZitwicklung der Ware-Geld-Beziehungen die Sozialen Abstufungen im Gemeinwesen auBerordentlich Vielflltig warden.
In Athen finden wir am Ehde des 6. Jahrhunderts v.u.Z∙ Jene Klassenstruktur voll ausgebildet, die in den folgenden Jahr- hunderten fUr diese Polis Charakteristisch bleibt. Die Auseinan- derβetzungen zwischen den Klassen, Schichten und politischenGruppierungen der adligen Grui
reichen Kaufmann-
βchaft und den freien miitleren und Kleinproduzenten in der Stadt und auf dem Lande waren ein Weseneimmanentes Element dee antiken Stadtstaates, auch wenn den sozialen und politischen WideransprU- chen in der athenischen Polls Zeitweise durch Expansionsstreben und Ausbeutung anderer Poleis die Schlrfe genoπmen werden konnte.
Den sozialen Abetufungen in der Polis entsprachen zwangβ- l¾ufig bildungsm⅛βige. Dae Weltbild und die weltanβchauliche-ide- Ologische Position eines athenischen Politen wurde nicht zuletzt durch seine Jeweilige KlassenzugehSrigkeit beatіmmt. Zu diesen Vielflltigen Differenzierungen traten Jene, die aus dem wachsen- dβn Gegensatz zwischen Stadt und Land resultiβrten.
BemUht man sich urn ei?e Betrachtungeweieel die kUnstlerische mit auββrkUnstlerischen Phlnomenen Uberzeugend Verbinden will,so hat man auch diese allgemeinen Gesichtspunkte zα beachten. Im Zen- trαm stehen Jedoch die Faktoren, die sich aus der kUnstlerischen Form selbst ergeben: der Stil des KUnstlers, der Stil der Kunst- schule und die kUnstlerischen MUglichkeiten der Jeweiligen Perio- de∙ Hinzu treten weitere geschichtliche Faktoren; der Geschmack und die Inteneionen des Auftraggebere, der allgemeine Kunstgesch- mack des IUblikums Oder die Jeweilige FUnktion des Kunstwerks u. Й. Alle dieβe Elemente machen die konkrete historische Situation und Zweckbeetimmtheit eineβ Denkmals bus.
Das BruchstUckhafte, das wir eingangs als Charakteristlkum der archlologiechen Uberlieferung hervorgehoben haben, gilt Je- doch nfcht fUr diese allein, sondern auch fUr alle anderen Teil- bereiche also dem historischen, Iiterarischen usw.
Ee ist dahβr eine naheliegende Prage, welcher Art die aus den anonym Uberlie-fβrten DankBBler gezogenen SchlUs^aind und welchen Konkret- heitsgrad lie haben.
Die klaββische ArchBologie hat sich mittels der entwick- Iimgsgeachichtlichen Bethodet vor all ел der Stilforschung, ein Chronologisches Syaten geechaff en, das ea і hr er Iaubt1 die vor- handenen and neu hinZiikeBeenden DenknBler1 geordnet nach terri- torialent Chronologiachen und gattungaspezifischen Gesichtspunk- ten in dieses System einzubauen∙ Da ?an die Maschen des Chronolo- gi8chen Netzee Bittela der Bodernen atilkritischen Analyse bis auf ein Jahrzehnt Verdichten kann, biete diese BrchBologische Ma- terialordnung eine Vielzahl von AnknBpfungspunkten fUr die Spe- Zialforschung.
Bin so geordneter DenkmBlerbeetand erlaubt es1 daa archBolo- gische Material nach den Verschiedensten Geaichtspunkten neu zu gruppieren. So kann man beiapielsweise fragent wie sich der Dcck- Bllerbeatand einer Periode Insgesamt bzw∙ der einer Kunstgattung Ohronologisch Bber einen Zeitraum verteilt1 ob ea in der territo- rialen Streuung, etwa im VerhBltnis Stadt - Land Besonderheiten gibt t eb einzelne Kunetgattungen Zeitweise dominieren Oder in den Hintergrund treten u.a.m∙ Eb bedarf nicht vieler Wortetub klar zu machen1 daβ mittels der Stilanalyse gescnaf fence Geriist wie ein Raster wirkt. Auf diese Weise wird es beiβpielsweise mδglich1von Kunstwerken zu sagen, sie seien TeprBsentativ f∏r einen beβtimm- ten Zeitabachnitt. So gilt heute etwa ein ’Jerk wie der Kuroator- 8e Ako 692^ mit seiner feinen1 dif f erenziert en OberflBchenbehand- Iung allgemein als typiβcher .Ausdruck degeneriert er Adelskultur der SpBtarchaischen Zeit.
In einem nach Stilkriterien geordneten DenkmBlerbestand fBllt es VerstBndlicherweise auf1 wenn sich 7/erke von den fUr eine Periods typiβchen Stilmerkmalen abheben.
Ein βolches JhBnomen ist der Archaismus in der SpBtarchaischen-Yriihklassischen atti- βchen Vasenmalerei^. Archaismen und Manierismen sind ?teta Aus- druck einer bewuflten Haltung. So hat man unter dieser Stilrich- tung eiae geietige Reaktion gegen die Zeit vermutet1 gegen die neuen Ziele der Politik1 der Dichtung und vor allem der bild∙n- den Kunst der frlhen Psntekontaetie^. Db die Archaismen der Va-
SenaaJerei Qnabhlngig von der Plastik und auf andere Weise als dort entetanden uad da die viβlen Tausend uns bekannten schwarz- und rotfigurigen Vaaenbilder kaum einen direkten Hinweis auf die Auaeinandersetzungen inn er ha Ib der athenischen Polis des 6. und
5. Jshrhunderts bietβnt epricht manchea eher fUr die These, daβ diese Vasennaler mit іhrer Zeichenweise und ihren Bildthemen dem Geechnack aαsllndischer KBufer Rechnung zu tragen suchten^.
Der nach Stilkriterien geordnete arChBologisehe DenkmBler- bestand IBBt nur in wenigen PSllen das Hebeneinander von Altem und Heuem erkennen. Elne seiche gflnstige Situation schuf beispi- elsweise die ZerstBrung der Akropolis von Athen durch die Parser 480/79 v∙u.Z. Zwei Bildwerke sind aus diesem Pundkomplex zur Verdeutlichung des Wandels von der Archaik zur Klassik in der ar- ChBologisehen Literatur immer wieder elnander gCgenBbergestellt and in ihrer Verschiedenheit Bberzeugend Charakterisiert worden: dor Spliarchaische Kuros 692 und der sog∙ Kritiosknabe9 Was am Kritiosknaben deutlich wird9 ist eine gewandelte Grundhaltung9Oin neues Menschenbild9 Es wird geprlgt von don ZUgen des strengon Stils9 Eine 8chlichte OberflBchenmodollierung , die die organi- scho PunktionalitBt dos KBrpers begrelft9 tritt an die Stollo dor maniriort Uberfoinerton9
Heu and Bahnbrechend am Kritiosknabon 1st vor allom die be- wuflte Unterscheidung Zwischon Stand- und Spiolboin und die daraus Tosultierondon Konsoquenzen9 VBhrond boim archaisohon Kuros der KUnstlor an ein Vorgogobenos Schema gobunden bliob9 os nur in Elnzelheiten Individuell abwandoln9 abor nicht in Prago stollen konnte9 ergab sich mit der ponderierten Plgur eine variable Kompo- sitIensweise9
Die Befreiung der KBrper aus der Gebundenheit archaischer Schemata war oln epochales EreigAis∙Der Indivlduellen Gostaltung bot sich welt mehr Raum9 Der Typenschatz der frUhon Monumentalpla- stik wurde gCgenUber der archaischen Perlode entschoidend berei- chert9 Man dIfferenzIerte nun starker Zwlschon Kneben-, Jungllngs- und Iftnnerdarstellungen9 Unterschied zwischen Athleten- und GBt- tβrblldern9 prBgte fUr die GBtterstatuen durch Attributgestal- tung, KBrperform9 Geslchtsblldung u,a, eigene Typen usw.
Die 5≥ιtdβckung des Kontrepost iβt mit ihrer βr∙ten Plndang ein f∏r all® Mal gUltiger Besitz gβwordβn.
Trotz vieler Ubergang- eformen, die in der AiiflBsung der archaischen Normen ihren Aus- gangapunkt hatten, muB der Wandel Ziemlich plδtzlich βingetreten βein. Die Uraachen hat man Vornehmlich in den SozialBkononischen VerMnderuigen gesehen und d emβn t spree hen d Athen zum AusgangspunKt der neuen Betrachtungsweise gβmacht. So gesehen handβlt es sich zwar um Bllgemeinere, aber doch nicht wenigar politiache und gβ- Sellechaftliche Brozesset die in kUnstlerischen ThBnomenen ihren Ausdruck finden∙ Damit spricht aus dem Werk such βin gewandeltes Verhlltnis des einzelnen zu seiner Uorweltl βpiβgelt es gesell- Schaftliche Wandlungen Unvermittelt wider. Bin Spexifischee Iferfc- mal griechischer Kunst ist ihr ∂ffentllchkeitscharaktorθ und demit Ihre suf einen Betrachter auegerichtete WirkungssphBre. Ob privater Oder Staatliche Auftragt ob Statue, DreifuB oder andβ- res Votiv, fast Immer war es sin auch der ^ffentlichkeit zuglng- Iiches Work. Bis in die SpBtarchalsche Zeit hinβin beschrfinktβ sich die Aufstellung groBplastischer Bildwerke auf den sakralen und Sepulkralea Bereieh. first salt dem ausgehenden 5. Jahrhun- dert v∙u∙Z. trsten die Versehiedenston profanβn Bereiehe hinzu. ZanBchst warden Statuen auf dor Agora und salt dem 4. Jahrhun- dβrt auch In Brivathlusornt Bibllotheken, Gymnasien usw. auf- gθ8tθllt.DLose Wandluag wird auch an der Gestaltung der Bildwerke deutllch∙ Als Welhuagen an elne Gottheit gβnUgtendlβ Votive wle die Kultblldor anfangβ sich selbst, waron nicht prlm¾r auf einen Iosuchor hln konxipiert. Ihre Aufstellung Innerhalb elnes Hei- Ilgtums und damlt Ihr Slchtbarseln fUr Jeden Besuchor fUhrte βchoa bald su olner Bitwlcklungt die dlesem Umstand Rechnung trug∙ Slo ftthrto zu einer Immer stBrкer werdoaden Bezugsnahmo auf don Bosnchor.
In gl⅜lchem MaBo bβgannen helm Votlv die re- Prlsontatlvon Kbor die rellgllsen Motive zu domlnleren. Insbe-Q
sondero bol don polltlsch-hlstorlschen Monumenten t die aus An- IaB bedeutendor Klstorlscher Brelgnlseo gestlftet warden, wech- selten die Iedeutaftgawertlgkelten. Formal blleben sie prachtvol- Ie Weihgeschonke an oine Gotthe‰t, faktiβch trat Jedoch die Be-
deutung als AuhmeSBOiiUBent In den Vordergrund. Deaentaprechend Wandelten sich such die Bildlnhalte. Bel zwβi der bekanntesten delphischen Anatheael der Miltiadesgruppe - einen Weihgeschenk f(ir Marathon- und d∙m LyssnderBenument - βlne Welhgeschenk fttr Aigospotamol - stand Jewells nicht die Cettheit, sondern der Slegrelche 2⅛nsch Im Mittelpunkt.
Die aktIvierende, Bewueteeinabildungsprozesse Meeinfluasen* de Punktion Sffentlicher Kunstwerke wurde bereits frλh erkannt. Im βteigenden Anspruch des einzelnen gegenUber der Politenge- Keinachaft er'∂ffnetβ aich ein Spannungsfeld, dss das formale Homogenitatsprinzip der Pslis zu sprengen drohte. Insbesondere die sttische Beaokratiel die entscheidend durch dss politlsch aktive Individuum geprlgt words· 1st, hat den herausragenden, SelbatbewuBtea PeraBnlichkeitea nur wenig Spielraua gβlassβn∙ Im 5∙ Jahrhundert gab es daher In Athen keine auf Staatskosten errichtete Statuen Iebender Persbnlichkeiten, weder fUr Politi- ker und MilitBra noch fBr Dichter und Fhilosophen1θ. Weihungen waran so Vornehmlich privater Natur und auf bestiaate Bereiche BeachrSnkt. Selbat Iihrvorragenden BClrgern und Palitikern war cs nicht Immer κδglichv b el Ietiig an Bffentlichen Plltzen Denkaller zu errichten. Selbet Im privaten Berelch wurden derartige Aktl- vitlten der Hlhrenden Politiker mit Argwohn vβrfolgt. Plutarch11 berichtβt beispielsweise, daβ Thomlstokles* Ausgestaltung des Heiligtums der Artemls Aristobule in der Offentllchkelt Onwil- Ien erregto∙
Alle Staatlichen Auftrlge waren, was Ihren Usifangv oft eo- gar was Ihre Porm betraf, von der Zustlmmung der athenischen Volksversammlung Oder der von Ihr eingesetzten Kommission abhln- glg. Wenn ein Politiker die Erteilung e Ines IJff ent lichen Anft rages bzw∙ seine Varstellung Tiber dessen Ihhaltliche und foraale Gestaltung dur Chsetzen konntev so d ok urn ent Ierte das unter den ge- gobenon кonkreten Bedingungen einer deaokratlschen Polls einen betrlchtllchen BlnfluB des Jewelllgen Polltlkors und der Ihn linters tiltzend on Polltlschen Grupplerung. PUr uns 1st es daher heute selbst boi herausragenden Kunstwerken wie beispielswelse der Mlltladesgruppe In Delphi odor t⅛en GeaWlden in der Stoa Polklle
in Athen of schwierig, Zweifelafrei zu entscheiden, ob sie in privates Oder Staatlichem Auftrag entstanden θind. Alle Hlhrenden Iblitiker des 6. und 5. Jahrhunderte besaflen a's Angehdrige des Adele und ReprSaentanten beβtlmmer Ihteressengrupplerungen gen∏- gend AutorliBt und Unterstlltzung, urn auf die Inheltlicbe Gestsltung eines Sffentllchen Denkmals einzuwirken, worn es in Ihrem InterBase lag. Ificht von UngefBhr slnd daher die Namen aller bedeu- tendon athenischen Iblitiker des 5∙ Jahrhunderts v.u.Z. mit hera- Usragenden Kunatwerken Verbunden. Die politisch-erzieheriβche und Ideologisch-Oktivlerende Funktion der Kiinst hat diese auch Im de-* Bokratischen Athen lnβ Spannungsfeld der Politik gezogen. Aus die- sem Grunde slnd auch die Kunstwerke, bei denen sich eln Bezug auf bestimmte historlsche ⅛eigniβse odor polltisch brisante oder βo- Ziologisch SufachluDreiche Situationen ergibt, ins Zentrujn des Interessea der modernen hlstorisch Interessierten archBologischen Forachung getreten, UnabhBnglg davon, eb das Denkmal eelbet Qber- kommen oder nur durch Iiterarische Zeugnisse bekannt ist.
Die Frage, wie eng Kunat und Politik in Jedem konkreten Fall Hand in Hand gingen, stellt sich dabei in Jedem Einzelfall neu, In Jeder Periode und Kunstgattung anders.
Vberschaut man die In der modernen Forschung angerisaenen Probleme, ao Zelchnen sich folgende Schwerpunkte ab:
1. Das BemUhen, kQnatlerlsche und politische Richtungen mit- elnandor zu Verblnden .
2. Das Aufkommen Speziflscher Kunstgattungen, beIspielsweise der Ehren- oder der Slegeretatue, als Ausdruck Spezifischer ge- SellBChaftlicher Entwlcklungsprozesse.
3∙ Die Sitwlcklung des realiatischen PortrUts und die Iht- Wicklung des DBrstellungswillens Qberhaupt (mit Bezug auf das Themistokles - PortrBt von Ostia).
4. Die Entwlcklung der Hlstoriendaratellung in der Malerei und Plastik, wobei die Bllder der Stoa Polklle im Mittelpunkt atehen.
5∙ Die Bedeutung und Wlrkeamkelt gesellechaftlicher und pri- vater Iueale und Leitbilder.
6. Das Wirtschaftllche und gesellschaftliche Gewicht der
Jiandwerker und der anderen gewerblich∙n BGrgerichichten und Ihie Roll· als Auftraggeber in der Kunet.
7. Die Iiitwicklung dβa Verhfcltnisiea KUnstler - Auftraggs- ber und die geaellβchaftliche Stellung des KUnetlers Im Gemein- we∙∙n.
θ. Die Rolle der demokratiachen Polia ala Auftraggeber in der Kunat.
9. Einzelereigniaaet wie zum Beiapiel daa Gesetz gegen den Grfcberluxuat wobei nach den Initiatoren, ihren Motiven und den geaellachaftlichen Grundlagen fELr βine aolche Maflnahme gβfragt wird .
Ea wUrde in diescm Rahmen zu welt flihrent auf Umatrittenea einzugehen ∙
FUr die atheniache Polia iβt bezeichnendt dafl aich im Zuge der Klaaeendifferenzierung und Klaaaenformierung tiefgreifende Wandlungen Vollzogen. Private und gβsβllachaftlichβ Leitbilder wandelten aich. Die archaiache NaivitBt wurdβ zerstβrt, die de- korativ gebundene Vielfalt der archaiachen Kunat Verdffcngt und durch eine Vereinfachung und Konzentration der bildnβriachen Form erβetzt. Die Koneolidierung der attiachen Polis am Ende dea 6. JaIirhunderts fixierte neue Normen dee Zusammenlebena in der Politengemeinechaft und beatimmtβ damit auch daa neue VerhBlt- nia dea Individuume zu aeinβr Polia. Aus dieaer nβuen Ordnung result:erten beβtimme SachzwBnge wie beiapielawβise das BedUrf- nis politiεcher und individuβller Representation.
Uns kam es darauf an, deutlich zu machen, dafl Kunstentwicklung nicht Stilentwicklung ist, deutlich zu machen, dafl Zwischen dem Anlafl der Weihung einea Werkea und aeier kUnatlichen For· nur Indirekt ZuaammenhBnge beatehen. Im Stil, in der kUnstlerischen Form finden allgemeinere politieche und geselIschaftliehe ft∙ozes- ae ihren Auadruck. Dementaprechend ist ее auch nicht mδglich, kUnstleriache Richtungen Unmittelbar mit bβatimmten politischen ROgrammen oder sozialen Schichtungen zu Verbinden.
] Himmelmann N. Dber bildende Kunat in der homeriachen Gesellschaft, Mainz, 1969t 5 (Abhandlungen der Akademie der Wia- βenschaften und der Literstur. Geiates- und sozialwissenschaftl.
Klasse 1969, Nr.7); vgl. HOlscher T. Die Nike der Messenier und Naupaktier in Olympia,in: Jahrbuch des Deutschen Arch¾olog. Institute, 89 (1974), p.70 sq.
2 Bianchi Bandinelli R. Wirklichkeit und Abstraktion. Dresden, 1962, p.10.
3 Schuchardt W.H. in: Schrader H. Die archaischen Marmor- bildwerke der Akropolis. Rrankfurt a.M∙, 1939, p.195 sq.,Nr.30C.
4 Buschor E∙ Text zu PR Taf. 153,2; Beazley J. D. Der Pan- Maier. B., 1931, p.lθ; Follmann A.B. Der Pan-Maler. Bonn, 196θ, p.ll βq., 25 sq., 78, 81 βq.; Hinmelmann. Homerische Gesellschaft, 10; Willers D. Zu den AnfSngen der Brchaistiachen Plas- tik in Griechenland. B., 1975, p.45 (Mitteilungen des Deutschen Archaologischen Institute, Athenische Abteilung. 4.Beiheft).
5 E.Langlotz, Rez. Beazley J.D. Attische Vasenmaler des rotfigurigen Stils. TUbingen, 1925, in: Gnomon 4, 1928, p.323; drs. , Beobachtungen an einem Kopf in Kyrene, ins Mitteilungen des Deutschen ArchOologischen Institute. Athenische Abteilung. 77, 1962, p.llθ sq.
6 Follmann 12; Willers 45.
7 Schuchhardt, 191 aq.Nr.299; Wegner M. Gleichzeitiges- Ungleichartiges, in: Fesrschrift. H.E.Stier. MUnster, 1972, p.83 aq.
8 Riilipp H. Iektonen Daidala. B>., 1?68, p.93 aq.
9 HBlscher T. Die Nike der Messenier, p.85 aq.; drs., Grie- Chisehe Historienbilder des 5. u. 4. Jahrhunderts v.Chr. WUrz- b?rg, 1973, p∙86 (BeitrOge zur ArchOologie 6).
10 Zinserling G. Themistokles - sein Pbrtrflt in Ostia und die belden TyrannenmBrdergruppen, in; Kilo, 38, I960, p.87 sq. bs.91; Geuer W. Die griechischen Bildnisse der klasslschen Zeit als politische und persθnliche DenkmOler, in: Jahrbuch des Deut- BChen Archaologischen Inetituts, 83, 196θ, p.llθ sq.
11 Plut. , Them., 22, 2 sq.