DIE ROLLE DES VSRFASSSiS PJ DER ROMISCHEN PALLIATA
L. RYCHLEffSKA (Wroclaw)
Die Autoren der rftmischen i⅛lliata spielton in der Lltera- tur- und KultUrgeschic ite, vor allem in der der RCmer, eine gros- Iio .ιolle, well aie ei?en KoraCdientyp gescheffen haben, dessen ι∙,orm in der Neuzeit di ese Gattung entscheidend beeιnflusst hat, In die Ialliata in Horn nebev' dem Epos die Elteste Iiterarische Inttung war, diene aber nach einer kurzen, reichen Blftte gegen Hide des zweiten Jahrhundertg v.Chr.
praktiqch zu existieren ∙∣'∣ΓhCrte, gaben Naevius und nacl. Ihm Plautus und Terenz den An- ∙.toθ8 zur TJbernahme aller Iiterarischen griechischen Muster durch die RCmer und Iegten auch die Art dieser TJbernahme fest· Die r∙C∣nischen Komftdiendichtar behandelten nCmlich die griechischen IJunter ale konventionelles Schema, als ein Modell, das vor al- Iem Naevius und Plautus mit einem fUr den Tftmischenund Itali- Iichon Zuschauer entsprechenden Inhalt ausfftllten. Sie vervoll- Kommneten die von den Griechen Ubernommene Form (vor allem Nae- vlus und Plautus), indem sie die diehterische Sprache ausbilde- ten, die Eigentftmlichkeiten der Iateiniechen Volkssprache her- vorhoben (Naevius, Plautus) und die Komftdie um das Musikalische (vor allem JTaevius und Plautus) bereιc∙ιert en.Am deutIichsten erkennbar ist Hautus1 Anteil an der Eht- Wicklung der KomCdienform, denn er flihrte zu einen Hfthepunkt das, was fUr die Komftdie das ausschlaggebende ist und was wir mit
oe? Begriff τiβ coal о a ume Ohreibent und dβnn er baute dee Iftxei- kaIlache der KooBdie aus.
Hautue varfαhr ait griechiβchen Iftxetern βehr frei; er Bber- nahm vod ihnen во viel» ale er unbediogt brauchtet d.h. die Babel» die dramatischen Motive und Geataltent doch auch dieae Bn- derte er naoh eigenem Brneaeen abt HMirte KMrzungen duroht fUg- te mancheβ hinzut Icontaminierte.
Die f∏r den danaligen rBmlechen Zuachauer ala Busaerta modern geltende grieohischen Welt vermit- telte er in Form von Benaationellent Intereeaanten Bildern und Binzelheiten.Auf die Charakteriatik seines Schaffenat die Klaaeifizierung der dramatiechen Struktur (Unteraoheidung Zwiachen Verwechslungaa und IntrigenkomBdie uaw∙) wird hier nicht n?her e Ingegan gen. Ba sei nur hervowgehobent dass er der manchmal rUhraeligent ein we- nig bIasierten grieehischen KomBdie nenes Blut zugef∏hrt hat,nnd zwar das befreiende Lachen.
Hautust Theater basiert vor alIem auf einer dreifachen Ko- mik: der Situations-» Charakter- und Wortkomik. Die Situationsko- mik beruht auf MissveratBndniaaent auf wachsenden Varwicklungent auf ganzen Abfolgen eines Quiproquo u∙B∙; diesβ warden mit dem Handlungsgang Banohmal durch Albernheitent Ungereimtheiten und Grotesken miteinander Verbunden (die Situationskomik z.B∙ in den ttZwillingenwt in denen der fBr Menaechmus I gehaltene Menaechmus II von seiner Frau mit der Drohung zur TMr hinausgeworfen wirdt dass er sich ohne das der HetBre geopferte Gewand bei ihr nicht zeigen sollβ und von der HetBre Krotium erfBhrtt dass diese Jones Kleid eben vor einem Moment ihm - in Wirklichkeit ist es sein Bruder Menaechmus I - gegeben habe. Zum zweitenmal hinaus- geworfent Jammert ert er sei ein ttOxclusissimusw).
Plautus will vor allem auf Verschiedene Art unterhaltβn.Zu diesem Zweck bedient er sich Verschiedener Mittel; so macht er sich Iustig Bber die Gestalten seiner StBcke odor zeigt sie als Karikaturen (z.B. die gehBssige boshafte Gattin, den amour’dsen Vater oder prahlenden Soldaten), dadurch erzielt er eine ausge- Zeichnete Charakterkomik.
Die BBhnenwirksamkeit seinbr StBcke wird durch eine ge- Schiekte Handlung der Spraohe gesteigert.
Hautus bedient aiohder VolkstUmllchen Sprache; diese 1st frisch, Iebendig, ungezwun- gen, Siisdrucksstark, derb und nicht frei von Vulgari3rnen . Ihre kUhnβn and treffssicheren Neubildungen, Charakteristisehen Wen- dungen und Ausdrucksweisen, Wortwiederholungen, eigenartigen Steigerungen (auch von Worten, die solche nicht zulaasan, z.B. am tδtesten), Pfekaronismen, Wortspiele mit einfallsreichen Wen- dung en , schufen eine eigentttmliche Ebene fUr seine Wortkunst,fUr seine Wortkomik.
Dip , P.⅛rkmale βtanden im Elnklang mit dem ganzen Reichtum an metric∙ aen Formen, die - Verglichen mit der alten griechi- BChen Komodie - der Iiellenlntischen abhandβn gekommen sind.Neben einem ausgezeichneten Iebendigen Dialog fCLhrt Plautus oft die Cantica, d.h. Bartien ein, die nicht der Chor, sondern die ein- zelnen Akteure als Monologe Oder Dialogs, melodramatische Oder Tezitative Arien und Duette untβr Begleitung der FlBte auagefUhrt heben; er Verwendete VielfUltige Metren: Septenare, Jambische md trochSische Oktonare, Anapfiste, Glykoneien, Dochmien Ja sogar die versus Reiziani (die im griechischen KoieBdie unbekannt sind),kre- tische und bacchische Tetrameter. Die Cantica, d.h. die mit der Hendlung Verbundenen Arien und Duette bβtonen und Steigern die ΓDr die Plautinische KomBdie so Charakteristische Heiterkeit und Ihre vis comica ∙
Wie sehr Plautus es verstand, aus einen StUck mit einer dur- chaus ernsten Pabel, die ein rDhrendes Familiendrama mit einer d(lrftigen dramatischen Handlung ergibt, eine ausgelassene KomBdie zu schaffen, beweist sein nStichus". Den konsequenten Handlungs- verlauf verwerfend, verband er durch Kontamination dreiBDhnenbil- dcr, schuf eine Reihe von komischen Situationen, wie z.B∙ die Scene zwischen dem Schwiegervater und dem Schwiegersohn und befahl l∙n Schlussteil alien an der gemelnsamen Tafel der Sklaven, Herren und Muaikacten sich zu amGsieren. Man kBnnte annehmen, Plautus habe hier im Xotiv und im Nusikalischen ein griechieche StDck nachgeahmt, weil es z.B.
in der Schlussscene des menandrischen "Dyekolos" auch ein Pest gibt und das in einem fDr Menander bis- her ungewohntem Versmass - es sind Jambische Tetrameter - gesun- gβn wird. Da aber bei Nenander keine anderen Metra vorkommen,- I6I -
nStiohusnr Schliissscene SuesertB masIkaliech reich und Iebendig (sowie Duett der beiden Schwester in der ersten Scene), kann Haatue als mueikalischer Gestaltungsweiser der Koabdie bβzeich- net werden.
Plautus Verwendete in der KomStielittelf die Lachen und Hei- terkeit eusIbsen vβrhalfen: Terenz betonte den Inhalt еівев StQ- ckeβf seinen geθchlo8senen und konsequeuten Aufbau,
Dnsere Aufmerksamkeit 1st be Bonders auf den Inhaltf der ΓQr den Charakter seiner Kombdie ausschlaggebend werf ausgβrichtet. Aus dem Repertoire von Ifenander w⅞hlte er als Mister seiner fUnf spbteren Kombdien dessen reifere Stbckef in denen etische Problems aus dem Alltagsleben - wie Generatlonskonfliktf Brziehungsfra- gen der Jugend usw∙ - zur Spreche kommen, Terenz Zeichnete ein Lonkretes Geschehen aus dem realen Leben, Seinen Gesttlteaf die mit einer Reihe von YorzQgen und negativen Klgenschaften eusge- stattet warenf befahl er diesen Oder Jenen Veg zα wKhlen and zwang ihnen innere Direktiven auff Hcion z.B, f der in aAdelphoeir die Brinzipien der HumanitQren Mdagogik VerkQndetf v er st eh t die Jugendliche Uireife des Adoptivsohnesf wenn er aagt: peccatum magnum et human am tamenf befiehlt aber diesemf das dem Mdchen zu- gefθgte Unrecht wieder gut zu machen: quod hominis eat facere∙ 1BLn urn das and ere Mal werden im StQek Mieions Losungen aαa - geeρroehenf mit denen er zur Ifeneehenfreundlichkeit and sum Vbhl- wollen den anderen gegenUbβr und zu guten Ilanierenf hominen essef hαmane pati aufrαft∙
Ihdem er dem Begriff homo dαrch die Ubschreibung homo veras - vere humanus einen vollen Inhalt Vetrleihtf vor allem aber die be- kannte Sentenz homo sum hαmani nihil a me alienα? pato (diese fend seit Terenz einen breitβn Widerhall in der Literatar) aas- sprichtf VerkUndet er eigentlich 8chon das Programm der humanitasf auch wenn erst bei Cicero dieses Wort vorko?nt∙ Bs 1st eine hamanitas* die als Ausdruck der geseiIsChaftlieheu Kultur aufzαfassen let· Trotz vieler von Wissenschaftlern Unternommener YersuchefMenanders und Terenzens Anteil an diesem Begriff in der Kobbdie zα erar⅛eitenf 1st es schwer zu sagenf was Terenz von Menander Qber- nommen hatf was sein Eigentom is< und was dieser Begriff auf rb-
mischen Boden Neuee beInhaltet* doch bereitβ die von Terenz dufch- gefQhrte Vahl der StQcke* in dβnen der Begriff der humanitas zu Vorte kommtf kann als Ausdruck personlichen InteresaeBund des
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seiner Unwelt Interpretieret warden . Die PerslSnlichkeit und tie- fe Bildung dee Terenz Offenbart aich auch in der Porm seiner StQcke; in den P∙ologen* die ein geschlossenes Ganzes gewertet werden kbnnen* ohne expos it ion el Ien Charakter zu haben, βondern Qber die Realien der AuffUhrung der jeweiligen Kombdie Informie- renf bahm er in der rbmischen Literaturgeschichte als erβter eine Iiterarische Polemik auf.
Indem er Angriffe des alten Dichters in der Art* die an Reden im asianischen Stil erinnerte* abwiesf einen Ton und vor allem eine Sprache Verwendetef in der heftige und vulgUre Worte Vermieden werden* gab er den Beweis fθr eigene Bildung und aktive humanitas·Naevius hat bekanntlich auf seine Nachfolger Plautus und Te- renz eingewirkt. Obwohl von ihm nur einige Fragmente seiner ca 35 StUcke erhalten Bind* erschlfeest sich aus den auf unβ Ubetkomme- nen dttrftigen BruchstUcken als bedeutende Psrsbnlichkeit und als ein KomOdiendichter im vollsten Sinne dea Wortes. Die seinβn Pragmenten zu entnehmenden Realien des Alltagslebens und Andeutun- gen auf da8selbe Iegen die Vermutung nahe* dass er Plautus zur Romanisierung der grieohischen StQcke angeregt hatte. Doch Uber- nahm Plautus weder die Angriffslust des Dichtere aus Kampanien noch dβ8βen gesellschaftliche Losungenf d.h. die Forderung der Meinungsfreiheit fUr den Dichter. Andere Losungen* d.h. den Auf- ruf zur Virtue, zur Vaterlandsliebef zum aktiven Leben konnten FLautus und Terenz natθrlich sowohl aus den griechischen Vorbil- dβrn als auch von Naevius Qbernommen haben∙
Naevius fUhrte die Dramenform zu einem Hbhepunkt. Sein Drama βrbffnete die Handlung mit einem Prolog, der βxponierβnden Charak- ter hatte (zu weit gehβn die Auffassungenf die in Fg.I R^ einen Prolog mit Iiterarischer Polemik sehen. Man kann Vielmehr anneh- men, dasa der Prolog bei Naevius als ein Mittel zu elner breite- ren Kontaktaufnahme mit dem Piblikum diante), Verwendete die Kon- tamination* die in den Fragmenten zwar βchwβr erkennbar istf von Terenz aber eindeutig bestatigt wird, erweiterte das Repertoire
der metriβchen Pormen des Liriue Andronicust indem er Iyrische Metren einfQhrtet die den griechischen KomSdlen im allgemeinen fremd warent Verwendete seine glatte und geechickt gehandhabtet aber 8aubere Shrachet was das Bpitaphium Cabgesehen davon ob es authentisch 1st oder nicht)t bestStigt∙ Br bβsass Zweifellos ei- nen SUSgezeichneten flSsβigβn Stilt auf dem ganz gewiss Plautus basierte (Qberraschend 1st die hbufige Verwendung der Alliteration: libera lingua Iudis Iiberalibus)* Als Beispiel der gewand- ten und geschickten Handhabung all er KUnstlerischen Gestaltungs- mittel kann das Fragment aws dem StUck von nTarentillaw angese- hen werden ; in dem der Dichter ein Unnachahmliches PortrUt einer Kokette gab: asyndetisehe Verbindungen von SUtzent die ein Sep- tenar in vier oder zwei Teile auftellen t Verwendung der Alliteration» der Anaphert Wiederaufnahme des Ausdrucks aliust tragen dazu beit dass sich das Ganze nicht nur zu einem Bilde rundett βondern zuβatzlich eine Melodie mit einem deutlieh VerNnderlichen Rhytmus erhSlt* Dies alles Ubernahm vor alIem Plautus und nach ihm Terenz and andere KomUdiendichter*
Meiner Meinung nach Ubertrifft Naeviue beachtlich den KomU- dіendichter Plautus und das sowohl durch die Vielseitigkeit seines Schaffens als auch durch seine dichterische Kunett die Ele- ganz und SubtilitUt des Ausdrucks.
Dass Plautust Werk erhalten bliebt der erst nach der Verbannung des Naevius in Rom Anerken- nung fandt let Zweifelloe der Tatsache Zuzuschreibent dass er durch die Rrfahrungen se⅛J8 Zeitgenossen belehrtt es nicht versu- chte» sβinβn IBzenent den Machthabernt von denen Bchliesslich die Dichtersaufbahn abhingt unbequern zu werden∙So wirkte also die Plautinische vis comica und der realisti- sche vor a Ilem aber der Sllgemeinmenechliche humanitUre Charakter der Terenzischen Kombdie auf das weitere Schicksal dieser Gattung in der Neuzeitt wobei daran festzuhalten ist, dass manehmal der einet dann wieder der andere Zug der rbmischen Kombdie in den Vordergrung rQckte∙
1 Cf. Haffter H. Die altrbmische Kombdie: Plautus und Te- renz (Wege der Forschung. Bd.236). Darmstadttl973∙ p∙96.
2 Cf. Brozek K* TerencjuszvI Jego komedie.Wroclawt196θtp. 261jBttchnβr K.Das Thebter des TerenzeHeidelberg9 1974» p∙499∙
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- das Gesellschaftlighe leitbild des orator Ierfectus bei QUINTILIAN*
- IL Gl§ dINANNA (GAL/TUR) S1R-RU(U-UL S1R-RU)[273][274]
- Додаток ч. 7. Текст Зборівського договору, опублікований в книзі Pierre Chevalier, Histoire de la Guerre des Cosaques contre la Pologne, Paris 1663, pp. 67-70: