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ZUR hLATE ROlLAN Ch-KERAMIK AUS DEM KASTELL JATRUS

Ubter den Zahlreichen Keremikfunden, die bei den IangjBhri- gen Gemeinschaftsgrabungen des Zentralinstitutg fhr site Gesehi- chte und Archhologie der Akademie der Wissenschaften der DDR und des ArehBologischen Institute der Bulgarischen Akademie der Wis- Sensehaften Im Donaulimeskastell Jatrus zutage gekonmen Bind, entfBllt nur ein kleiner Teil auf die ∏Late Roman C∏-Ware∙ Die so Bezeiehnete Keramikgruppe der rottonigen Vare hat P.O.Waagd in seiner Agora-Ibblikation 19331 zum erstenma1 naeh ihren typische∏ Merkmalen eharakterisiβrt∙

Es handelt sich dabei vor allem urn SchBsseln, Schalen und Teller, also urn Pormen der Tischkeramik.

Auffallend 1st die TJbβr- einstimmung des Tonmaterials aller dieser GefBBe, ein feinkBrni- ger, sauber gesehlBmnter, rot bis rotbraun Brennender Ton mit kleinen Kalkpartikeln, was die Ausbeutung Iokal begrenzter Tongru- ben und damit die Rroduktion an einem eng Umrissenen Zentrum an- zeigt. Die gesamte OberflBehe der GefBBe 1st von einem matt glBn- zenden Uberzug,aus Tonsehlieker Bedeokt, der Je nach Brenntempe- ratur eine Mastanienbraune bis purpurrote PBrbung annimmt. Die Ge- fBBkBrper wurden offenbar in einer Model geprofit, auf der Scheibe abgedreht und SorgfBltig mit dem Spatel geglBttet, was Charakteri- stisehe SpiralfBrmlge Spuren auf der Innenseite Rinterlassen hat. Die RBnder wurden SfAter angedreht und von der Hand des TBpfers Individuell geformt. - 254 -

Die кonkave Auflenseite des Randes tr⅛gt hBufig mit dem eih- Oder mehrspurigen RollrBdchen ausgefUhrte DekorstionsbBnderl die Innenseite des KBrpers ist mit ebensolchen gerollten Mustern Oder mit dem Spatel OingedTUckten Rlnnen in konZentrischer Kreisanord- nung vβrziert. Geometrische Oder vegetative Einzelmotive oder Tiere sind in FTiesform Zwischei den Kreisen oder in Bodenmitte eingeβtempelt.

Charakteristiseh ist der harte Brand bei Temperaturen Qber 1000* C9 was die rotbraune bis purpurrote FBrbung hervorruft und den Scherben saαber ohne Splittern brechen IBflt. An der Untersei- te der Griffleiste kann h¾ufig eine dunklere FBrbung beobachtet warden, die auf eine partielle Reduktion helm Brand ZurUekzuftlh- ren Ist9 wie sie zustande kommt, wenn die GefQfle im Ofen Uber- Binandergestapelt gebrannt werden∙

Hayes Unterscheidet in seinem Bueh nLate Roman Boterryw 10 Grundformen dies er Ware, von denen die form 3 mit 00-90% der Ge-

2 Samtproduktion die Wichtigste ist ∙ Nur die zu dieser Form gehB- renden FundstUcke aus dem Kastell Jatrus sollen hi er Vorgelegt warden.

Ein Vorzug der Grabung in Jatrus besteht bekenntlich in den gUnstigen Stratigraphischen Bedingungen, die es urns erIauben, die Funde βauber nach Schichten zu trennen und sie relativ genau zu datieren∙ So stammen alle Funde der PBriode A aus den Jahren ea∙ 320 bis 33O9 da dieβe erste Kastellschicht einerseits auf gewaoh- senem Boden angelegt vrurde und deshalb keine Blteren Ainde ein- Schlieflt9andβrιrseits urn die MLtte des 4. Jh. Systematlsch abge- baut und Oinplanlert wurde9 was einer Verslegelung der Befunde glelchkommt∙ Die Perlode B relcht von der Mltte des 4. Jh∙ bis gegen 400, als das Kastell grδfltenteils In eine MllitBrsiedlung mit stark ausgeprBgtem zlvllem Charakter umgebaut wurde∙ DLe neue Periode C reicht von ca. 400 bis ins 2. Viertel des 5∙ Jh.

(SchluSmUnzen sind Honorlus-AtBgungen dee Jahres 423 )∙ Nach einer IBngeren Sledlungspause, hervorgeruf en dur ch die Hunnen- und Ost- got enh err sc heft in dlesem Geblet9 entstand urn 500 die Perlode D, die gegen 600 mit der endgUltlgen ZerstBrung des Kastells durch die Awaren endet∙ _ occ _

Beide Fakten, die sichere Stratigraphie und die relativ βfrge Detierung, ermBglichen einen realen Vergleich der FundetHcke der gut def in і er ten Keramikgruppe "Late Roman C" aus Jatrus und an- deren Fundorten.

Zus der Periode A kommen 3 Charakteristisehe Fragmente von Tellers a us rotbraunen, TeingeschlHmmtem Ton mit gleichfak⅛igem, mattglahzenden Bherzung aus Tonschlieker. Das Bodeninnere eineβ Solchen Tellers zeigt einen Stempel, ein Herz mit doppelter Au-- Benlinie in einem konzentrischen Rillenkreis. Blue Parallels bie- tet Hayes mit einem PundetClck aus Oβtia∖ daβ er der afrikani- 3chen Redslip-Ware, Stil A (III) zuweist und Zwischen 41C und 470 datiert. Ale einzelner Bodenetempel mit Rillenkreis gehδrt dieses Motiv in der νόη Hayes entworfenen Stempelabfolge zur Gruppe II C mit ei?er Datierung zwiβchen 440 und 490. Der Wahrscheinlichete Zeitansatz Iiegt also zwischen 440 und 470. Zum Stratigraphisch geβicherten Fragment aus Jatrus, daβ SpHteetene urn 350 anzusetzen iβt, ergibt βich einen Datierungsdifferenz von rund IOO Jahren.*

Ein Tellerwandfragment auβ derselben Periode trHgt in Fries- form zwiβchen 2 kontfentriechen Doppelkreisen einen Stempel aus 4 gegenβt∏ndig angeordneten h er zf Hrmigen BlHttern, urn die ein kleiner Doppelkreis gezogen iβt. Direkte Parallelen gibt eβ in der Literatur nicht, doch IHBt βich daβ Motiv nach seiner TriesfHrmi- gen Kombination Zwischen konzentrischen Kreieen in Hayesv Gruppe д

II A einordnen . Aueh hier tritt eine Datierungedifferenz von rund einem Jahrhundert auf∙

Ein weitereβ Tellerbodenfragment mit Tlaehem, abgerundetem Standring zeigt innen einen konzentrischen Rillenkreis, umgeben von einem Kreie UnregelnfiBig angeordneter Kerben. Auf diese Ver- Zierungsart hat βchon KHbleranhand eineβ Schalenbodene aus dem Kerameikθ8 aUfmerksam gemacht und sie zu den SpHtrHmiechen Glas- Schliffornamenten in Beziehung gesetzt∙ Die dort angefHhrte ½- rallele Btemmt aus einer Schicht des 3∙ Jh∙ auf dem Kerameikos und zeigt Hhnliehe von Hand geritzte Kerbmuster wie auf der Scher- be aus Jetrus.

Da des Tonmateriel der Beschreibung nach identіsch zu sein BCheint, IHBt sich demit die Entwicklung der SpHtrHmischen

*

C-Ware Qber die von Наум Bbgeeteckte Zeitgrenze hineus bis ine

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3∙ Jh. SixrackTerfolgen.

In den Schichten der Periode B wurden ebenfalls Fregmente dieses Tafelgeechlrrs gefundea.Ein Tellerboden mit kentigem Stand­ring ist innen mit 2 konzentrischen KreisbOndeln Verziert9 die ■it einem drei- and einem Vierspurigen RBdchen ausgefUhrt wurden∙ Zwischen diesen Kreisen ist ein Fries schrBg gestellter "Mandeln" Cingestempelt9 wie sic Mhnlich aus Histria^9 Tomis? und Athen8 bekannt Bind. Mach і hr ar JcreisfBrmigen Anordnung zwischβn konzen- trischen RMndelJcreisen gehδrt diese Scherbe zu Hayesv Gruppe II A9 die Swischen 440 und 490 angesetst wird∙ Zwischen dieser SpMt- datierung and dem Zitierten FUnd aus Histria vom Bide des 3. - Mitte des 4∙ Jh∙ ateht das Fragment aus Jatrus9 das nεch seiner FUndstratigraphie dem Bnde des 4∙ Jh∙ entstammt.

Bin котріetter Teller aus derselben Schicht zeigt uns das StandardgefMB dieser Keramikgattung: ein tiefer9 SchQsselartiger Teller mit Vertikalem Rand9 der Ieicht βinwMrts gestellt ist9 auBen eine кonкeve Kehlung trMgt und eine mehr Oder weniger stark ausgezogene Griffleiste besitzt∙ Die GefMBwandung ist flaeh gβ- wMlbt and endet in einem sehwaoh eingezogenen Plachboden. Der nied rige9 angedrehte Standring ist naeh unten VerjMngt. Als Vertierung dient ein mit dem e in-Oder Behrepurigen RMdchen gβsogener Dekor- Streifen auf dem AnBenrand (hier Iange9 sclιrMg gestellte Kerben eines einspurigen RMdehens) und RMndellcreise Oder Rillen mit da- zwischen in FTiesform angeordneten Stempeln odar einem Zentral-i βtempel∙ Der ItOndungsdurehmesser Iiegt zwischen 19 und 36 cm, bei unserem Teller bei 27*7 cm.

Typalogisch gehδrt er zu Hayesv Form 3 der Late Roman C-Kera- mikθ9 speziell zu Typ E dieser Form. Nach der Steαψelanordnung Innerhalb eines Rinnenkreises IMBt er sich Hayesv Stempelgruppe II C Zuordnen9 die ja zwisehen 440 und 490 dafciert wird∙ Der Stem- pel selb8t zeigt ein mit ZurQckgewandtem Kbpf naeh rechts sprin- ∙gende? katzenartiges Raubtier mit MMhnenbusch9 durch Binnenzeich- aung angegebenem geflecktem Fell und kurzem Schwanz innerhalb eines einfaohen konzentrischen Rillenkreises. Als Parallele ist ein Mhnliches Fragment aus Histria zα nennen1θt das nicht'vor der Mitte des 5. Jh∙ angesetzt wYrd. Auch hier besteht also eine

Datierimgedifferenz zιι den Teller aim Jatrus vom ∑ndβ des 4. Jtr.

Sinen Zentrelen Innenstempel in einern mehrfachen Rillenkreis trlgt ein weitβrer Tellerboden aus der Periode B. Der groflforma- tige Stempel fUllt fast die geeamte InnenflBche aus. Dergestellt ist eine nach links hhpfende Oder tanzende menschliche Pigur un- bestimmbaren Geschlechts, die mit beiden HBnden einen Hasen an den HinterlBufen gefaflt hat und Ihn vor sich schwingt. Uber die Schulter und im RUcken der Figur hBngt ein KleidiingsstUck, das nach dem Schwanzartigen hhde eher an ein Fell denken IBBt. Viel- Ieicht 1st hier eine trunken tanzende IiBnade dargestellt, wie Ja Motive aus dem DLonysos-Krels nicht selten als Stempelmuster auf- tauchen^. Bishar aber wurde angenommen, dafl menschliche Figuren erst salt dem Side des 5. Jh∙ auf den Stempeln 8uftauchen. Unsere wMBnade" wBre ein sehr frQhes Beispiel vom ;inde des 4∙ Jh.

Aua der Periode C kern eine relativ groflβ Anzahl von Fragmen- ten dieβe StandardgefBQeider Late Roman C-Ware zutage∙ Die hier gezeigten ft,ofile gehδren alls zur selben GefBflform ( Mayes’ Pora 3). Auffallend 1st die Varianz der Randbildung bei fast gleichi®- fligen Itlndungedurchmessern von 28 bis 29 cm· Dbs allein IBflt schoιι auf eine entsprechend Iange Bitwioklang dieser Form mit festen Modelmaflen βchlieflen, was die TBpfer Sunehmend dazu VeranleSte,in Unterechiedlichem* Rendbildungen und einer prOgressiven Ritwick- Iung der Stempelmotive und Kombinationenihrem SohBpfertum Ausdruck zu verleihen∙ Die in der Literetur angenoπnene Ritwicklung, die in fortschreitender VerkUrzung und Verdickung des Rendes und in zu- 12 nehmender VerstBrkung der Griffleiste best ehen soli , findet en unseren Beispielen, die Wohlgemerkt elle aus einer nur rund 40 Jah- re Umfessenden Sohicht, zudem z.T. aus denselben Versiegelten Be- funden 8tammen, keine BestBtigung.

Schmal auβgezogene, oben abge- rundete Oder nach innen geschrBgte RBnder wechseln mit nach unten zur Griffleiste deutliθh Verdickten Lippen ab. Auch die RBdchen- Verzierung des Auflenrandes ist sehr variabel: dreispurige feintei- Iige und grδbere SpurbBnderfimdemsich neben dem einfachen breiten RBdohen, das markante Kerbstriche hinterIBflt.

Besonderheiten stellen die mit dem RBdchen eIngedrUckten Schmalen Kasetten dar, die in 3 R*eihen Ineinandergreifen, oder die

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die gegenstbndig zu Rhoaben angeordneten Hreieckkerbea . DanebSfi aber gibt ее auch vbllig Unverzierte AuSenrbnder4 Offenbar hatte die formale Auegeetaltung der Randzone und ihre Dekorierung mit Rolletempeln echon in der 1. Hblfte dee 5. Jh4 ihre voile Ent­wicklung erfahren.

Auch die Stempelmueter der Innenseite bieten eine beachtli- che Breite der OrnamentierungsecheQiata4 Neben der schon bekannten friesfδrmigen Anordnung von "Mandeln " Zwischen mehrspurigβn Rbd- Chenkreisen findex sich eine neuartige Kombinatian von schmalen, rechtβckigβn Stempeln mit Zweigmuster in kreuzf δrmiger Anordnung in der Bodenmitte4 In die Zwischenrbume Bind kleine ovale Blbtt- chen gestempelt∙ Das Ganze ist von einem doppelten Rillenkreis Ufflgeben4

Ein voll entwickeltes Stempelmotiv findet sich auf einem Tel- Ierbodenfragment mit schmalen, Ieieht einwbrts geβtellten Stand­ring: eine Raute (Rhombus) mit spiralfδrmig aufgebogenen 3ιden und durch einen kleinen Kreis betonten Mittelpunkt ist mit pelta- f(5rmigen Elementen, die seitlich in die Volutenbbgen eingefllgt sind, kombiniert4 Die gleichen in Friesform angeordneten Stempel kommen relativ hbufig vor, so in Athen^∖ Antiochia^, Tarsus^ und Tomis1θ. Sie gehδren zu Hayes· Gruppe II A (44O-49O)∙ Der Stempelfries wird von 2 Rillenkreisen eingerahmt4 Im Zentrum ist der Rest eines Einzelstempels - Villeicht eines Kreuzes - zu er- k enn en∙

Sbenfblls se'nr Verbreitet ist ein weiteres Stempelmotiv auf einem Tellerboden: friesfdrmig zwischen Rillenkreisen alternie- rend angeordnete Iblmzweige und Kreice. Diese Kombination ist so hSufig, dafl Hayes darau3 einen "Talmzweig-Stil" formuliert hat. Das Stempeliiotiv wurde seiner ^einung nach der afrikanischen Ware entliehen4 Charakteristisch ist ев fUr Hayes* Gruppe I, datiert 36θ - 450. belegt vor allem durch Funde in Athen urn 400^∖ Psral- 18 19

Ielen gibt es in Athen, Agora und Kerameikos » Korinth » Antio- chia2θ, Histτi32^ und Tomis22. Liit dem Zeitansatz der 1. Hblfte Лез 5> Jh. e∕∙gibt sich bei dieses» Stempelmotiv βrstmalig Uoerein- Stimmung mit den Stratigraphisch .fiβ3icherten Pundstbcken aus Jatrus. _ 259 -

Den Brototyp der Late Bomen C-Teller VerkDrpert ein intaktes GefBB aus einem Versiegelten Befund der* Psriode C∙ Dsr Ieicht ein- wBrts gθstellte ho he Band ist an der gekehlten JluBenseite mit ei­nem Areispurigen RBdchen verziert. Innen Iaufen 2 doppeltβ Rillen- kreise, konZentrisch urn. Darauf folgt naeh innen ein Pries von 7 schrBg gestellten Stempeln aus 2 gegenstDndig angeordneten Delphi- nen. Dsn AbschluB bilden 2 einfache konzentrische Rillenkreise. Die Mitte ist leer.

Nach der Ornamentkombination gehδrt der Teller zu Hayes* Grup- pe II B2^ und ist Zwischen 440 und 490 zu datieren. Der Stempel wird von Hayes als TOlutenfDrmig gerolltes S mit doppeltem Stamm bezeichnet, eine Definition, die zwar von anderen Bngenommen wur- det aber m∙E∙ sehr technisiert ist und eher eine Iineare Beschrei- bung als eine ETklBrung ist. Der Fisch - hi er der Delphin - als Bltesteschristliches Symbol begegnet durchaus nicht selten in den Stempeln und tritt hier in einer in seiner Stilietiechen Ausar- beitung schon weit fortgeβchrittenen Form auf. Parallelen gibt es in Athen2^t Antiochia2^f Histria2^ und Tomis2?. Die Datierungsvor- 2θ

SchlBge Schwanken zwischen der 2. HBlfte des 4. Jh. und der 2. HBlfte des 5. Jh.2θ. Nach unserem Stretigraphischen Befund der PBriode C dCLrfte die Mitte des 5. Jh. die sp3teste Ansetzung sein.

Wie gezeigt, ergeben sich aus der FUnddatierung im Kastell Jatrus und der in der Literatur Bblichen Zeitansetzung z∙T∙ be- trδchtliche DLfferenzept die ein er ErklBrung bed Ur fan. Dabei ist davon aus±ugehent daβ die Datierungen in den VerschLedenen Gra- bungsorten ZuverlBssig sindt was sich im Falle von Jatrus durch die MDnzspiegel der einzelnen Schichten und durch die parallelen Keramikfunde - vor al Iem von Amphoren - behaupten IBBt. Aus den IUblikationen geht hervort daB die Late Roman C-Ware in Athen mit frhhen Dekorformen (Palmzweig und Kreis) in der 2. HDlfte des 4. Jh. g,uftritt^°. SpDtert gegen Ende des 4. Jh. kommen hier Tier- stempel zwischen flachen Kreisrinnen hinzu. Stempel mit christli- chen Symbolent zu denen auch der Delphin zu rechnen ist, gibt es ebenfalls schon in der 2. HDlfte des 4. Jh. t vor alIem aber im 5. und 6. Jh∙ Zu den frUhen Beispielen gehδren die Delphinstempel aus Tomist Histria und Jatrus

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Ihnlich frdhe Funde der Late Roman C-Vare sind aus Tarsus (ab 4. Jh.) und Dura Buropos (schon seit der 2. HSlfte des 3.Jh∙) bβkanntt wShrend Antiochia spStβr hinzukommt^∙ DLe anderen Fund-' Schwerpunkte wie Athent Korintht Thessalonike und die KgSischen Inseln scheinen diese Ware zunehmend erst im Laufe des 5∙ Jh. er- halten zu haben∙ FQhrt man sich die Lage der frtthen Fundstellen ▼or Augent so Iiegen sie vorrangig fen der rbmischen Reichsgrenze Oder an wichtige? ZufahrtsstraQen dorthint wie Tomist Histria und Antiochia. Dareus ISQt sich Vorsichtig schlieQent daQ die Grenzzonen frdher mit der Late Roman C-Wfere beliefert warden els die Inlendszentren.

Das ist durcheus VerstSndlicht wenn man bedenktt daQ die ϋ*ο- duktivitst dieser Grenzgebiete allgemein - also auch in der Kera- mikproduktion - wait hinter der der Wirtschaftsschwerpunkte wie Athent Korinth und Antiochia ZurUckstandt die eine eigene groQe Keramiktradition besaQen∙ Diese GroQzentren wehrten anfangs den Ansturm der ausVSrtigen Konkurremztdie nach allgemeiner Vermu- tung^2 ihren SitZ in Kleinasien bei Pergamon (Qandarli) oder an der Dardanellen (Qanakkale) hattet erfOlgreich abt Ubernahm abβr spStβr diese Produkte in groQer Anzahl.

Dfes gleichbleibende Tonmaterial spricht hierbei im allgemei- nen gegen Iokale Imitationentоbwohl diese nicht v311ig auszα- SchlieQen sind^∖

Offensichtlich ISQt sich also die Datierungsdifferenz zwi- schen Jatrus und den Funden der Athener Agora aus der bevorzugten Belieferung der Limesgebiete als Wirtschaftspolitische MaQnabme einerseits und aus dem Konkurrenzkampf der keι⅛mischen GroQpro- duktionszentren als Ukonomischer Fakt andererseits erklSren∙ Als Frage aber bleibtt wie es beim Tetardierenden Auftreten der Late Roman C-Ware in diesen Zentren dazu kamt daQ um die Mitte des 5∙ Jh∙ noch GefSQe mit einem Dekorationsmuster aus dem 4∙ Jh. nach Athen geliefert werden konnten∙

1. Waage F∙0∙ The American Excavation in the Athenian Agora: The Roman and the Byzantine Pottery.- "Hesperiant IIt 2t 1933» p. 279-328.

2 * Hayes J∙W∙ Late Roman Pottery. London, 1972t p∙237∙

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З. Hayes J∙W. Op∙cit,, p.24θ, fig.43, 109.

4* Ibid., р.346.

5 ∙ KUbler K. Mittcilungen aus dem Keraoieikos V. SpUtantike Stempelkeramik.- llAthenische Mitteilungenn, 56, 1931, p.84,tabl. 36, A-6.

6* Popescu Em, Ceramics romana tlrzie cu decor Jtampilat de3- coperita la Histria.- nStudii ji cercetari de istorie veche”,1965, N 4, p.698, fig. 2, 3> der Sie nach Waag6 als Stilisiertes Herz SUffaflt.

7. Papuc Gh. Ceramica romana tirzie cu decor stampilat desco- perit⅛ la edificul roman cu mozaic din Tomis.- ”Pont?lcan, 6,1973, fig∙3, 4.

8. Hayes J.W. Op.cit., p.353, fig. 73, 14 c.

9* Ibid., p.329, 331, fig. 67, 68.

10 ∙ Ibpescu Em, Op.cit., fig. 4, 9.

11. Knabe mit Traube: PBpuc Gh. Op∙cit., fig. 17, 4; Bacchus mit Panther, mit Amphore und Hebstock mit Traube, Mann mit Traube: Hayes J.W. Op.cit., fig. 50 a-с, 77, k-l.

12. Hayes J∙W. Op∙cit., p.329∙

13. Ibid., p.353, fig.73, 17 sq.

14. Waag£ P.O, Antioch on the Orontes, IV, 1, ITinceton ,1948, fig. 32.

15. Goldman H, Excavations at GU21U Kule, - nTarsus I: The hellenistic and roman periods·1, ITinceton, 1950, p,2O5, tabl,165 B, G,

16. Papuc Gh. Op.cit., fig.5, 1; 5, 3∙

17. Hayes J.W. Op.cit,, p.349 sq., fig.72, i, f.

18* Waage P.O. Athenian Agora, p.300, fig.4, 222.

19 * Hayes J∙W. Op.cit., p∙350.

20* Waage P.O. Antioch, fig.29,5; 32.

21. Popescu Em. Op.cit., p.698, fig. 1,1.

22. Papuc Gh. Op.cit, , fig.l, 2.

23∙ Hayes J.W. Op.cit., p.353, fig.73, 19y.

24* Ibidem; Waage P.O. Athenian Agora, p.300, fig.4,235.

25» Waag6 P.O. Antioch, p.32, fig. 33.

26* Popaacu Em. Op.cit., p.708, fig.7, 2.

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27. Plapuc Gh. Op.cit., fig* 5,5.

28« Popeecu Em. Op.cit., p.698.

29» Hayes J.W. Op.cit., p.349.

30 ∙ '.Vaagl P.O. Atheiilan Agore, p.3O3; Hayes J.W. Oρ.cit., P∙337.

31« Waagl P.O. Antioch, p.43 eq.

32. Hayes J.

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Источник: ПРОБЛЕМЫ АНТИЧНОЙ ИСТОРИИ И КУЛЬТУРЫ (ДОКЛАДЫ XlV МЕЖДУНАРОДНОЙ КОНФЕРЕНЦИИ АНТИЧНИКОВ СОЦИАЛИСТИЧЕСКИХ СТРАН «ЭИРЕНЕ») II ИЗДАТЕЛЬСТВО АН АРМЯНСКОЙ CCP ЕРЕВАН 1979. 1979

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